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Architektur in Island

Von Torfhäusern und Wellblechdächern

Architektur in Island

Island, ein Land, indem vor Hunderten Jahren noch mit Gras und Erde gebaut wurde. Durch die von Vulkanen geprägte Landschaft und die ungewöhnlichen klimatischen Bedingungen waren übliche Baumaterialien wie Backsteine oder Holz nicht oder kaum vorhanden. Dennoch entwickelte sich die Architektur in eine zukunftsweisende Richtung wie das Konzerthaus Harpa beweist.

Die Wikinger besiedelten um 870 von Norwegen aus Island. Torfhäuser aus Erde, kleinen Birken, Treibholz oder Steinen wurden in unterschiedlichen Größen gebaut. In der Mitte befand sich die Feuerstelle, wo sich die Familienmitglieder sammelten und auch schliefen. Bauten aus der damaligen Zeit zu finden ist durch die Vergänglichkeit der Materialien unmöglich. Erste Bauten aus dem 15. Jahrhundert sind bei einem Urlaub in Island im Museumshof Glaumbaer zu finden. Die übliche Hausform war das Ganghaus. Alle Räume waren durch einen langen zentralen Gang erschlossen. Sehr typisch für Island bei diesen Häusern sind die Grasdächer.

Grasdachhaus
Bild: Holz-Torfkirche mit Grasdach

Ersten Steingebäude in Island

Eines der ältesten und sehr gut erhaltenen Gebäude in Island ist Videyjarstofa. Erbaut zwischen 1752-55 vom ersten isländischen Landvogt Skúli Magnússon auf der Insel Videy bei Reykjavik. Hier wurde der erste Schritt getan, dem isländischen Volk nahezulegen langlebige Gebäude zu bauen und auf Stein zu setzen. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts kam Holz ins Spiel. Bei einer Island Mietwagenreise haben Sie die beste Gelegenheit auf Erkundungstour nach diesen wunderschönen Holzhäusern zu gehen. Neben Reykjavik wurden auch in anderen Kleinstädten diese Häuser mit Giebeldächern gebaut. Im Laufe der Jahre veränderte sich die Bedachung und Außenfassade der Holzhäuser. Holz war teuer. Ab etwa 1874 wurden deshalb neben den Außenwänden auch die Dächer mit Wellblech verkleidet. In den rauen klimatischen Bedingungen in Island ideal, denn Wände und Dächer waren wasserdicht und feuerbeständig. Viele Holzbauten fielen dem Feuer zum Opfer. Unter Ihnen die 1155 errichtete Stabkirche in Skáholt, die als die größte ihrer Zeit galt. Bei einem Island Urlaub eine Stabkirche zu suchen ist unmöglich, denn aus dieser Zeit ist keine erhalten geblieben.

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Bild: Geteerte Holzkirche in Budir (wiedererbaut im Jahr 1848)

Betonarchitektur in Island – Eine Revolution

Im Jahre 1905 erreichte der erste Fischdampfer das weit abgelegene Island. Damit begann eine Revolution. Neben dem Fischfang, der industrialisiert wurde, war nun auch endlich eine Methode gefunden, um langlebige und vor allem auch feuerbeständige Häuser und Gebäude zu bauen. Das erste Gebäude entstand in Sveinatunga, Norðurárdalur. Aber erst ab 1920 fingen die Gebäude langsam an, sich von den herkömmlichen Holz- und Steinhäusern zu unterscheiden. Ein Beispiel, das Sie bei Ihrer Reise durch Island besuchen sollten, ist das Nationaltheater Þjóðleikhúsið. Neue Gestaltungsmöglichkeiten mit Beton wurden umgesetzt. Die Gebäude wurden aber als fremdartige Objekte wahrgenommen, die sich schlecht in das typische isländische Bild einfügten. Es wurde an der architektonischen Identität gearbeitet. Der Architekt Guðjón Samúelsson griff den Stil der Giebeldachhäuser wieder auf und übernahm noch zusätzlich mit den Säulenbasaltformationen ein Motiv aus der isländischen Natur, das beim Nationaltheater, der Hallgrimskirche oder auch der Katholischen Kirche Landakotskirkja zu finden ist.

Leuchtende Außenwände

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Außenwände zum Hingucker. Mit weiß oder leuchtenden Farben bestrichen, wurden dazu natürliche Materialien in Verbindung mit dunklem Holz verwendet. Auch die alten traditionellen Bauweisen wurden wieder zum Leben erweckt wie die Verwendung von Wellblech oder auch Langhäuser.

Ausgezeichnetes Konzerthaus in Island – Harpa

Die Finanzkrise 2008 wirkte sich auch auf die Entstehung neuer Gebäude aus. Eines der wenigen Großgebäude welches fertiggestellt wurde, war das Konzerthaus Harpa in Reykjavik. Sowohl das isländische Symphonieorchester als auch die isländische Oper befinden sich im 43 Meter hohen Gebäude. Bei einer Island Reise ein unbedingter Fixpunkt! Ein Konzertsaal direkt am Hafen mit 1.800 Sitzplätzen, drei kleineren Konzertsälen und einem Konferenzraum. Dieses architektonische Meisterwerk aus Island wurde 2013 auch mit dem Mies van der Rohe Award ausgezeichnet.

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Erleben Sie bei Ihrer Rundreise durch Island die erhaltenen Bauwerke. Gerne beraten wir Sie über alle Möglichkeiten und freuen uns auf Ihren Anruf.