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Trockenfisch

Eine isländische Spezialität

Trockenfisch oder auch Stockfisch genannt gehört zu den typisch isländischen Nahrungsmittel. Hergestellt aus Sorten wie Kabeljau, Schellfisch, Heilbut oder Seewolf, wird diese Delikatesse auch in viele Länder exportiert. Bei Ihrem Island Urlaub sollten Sie auf alle Fälle ein Stück versuchen.

Um einen Fisch haltbar zu machen, haben die Wikinger bereits bei der Besiedelung Islands im 9. Jahrhundert auf das Trocknen gesetzt. Der Fisch wurde für mindestens zwei bis drei Monate an Holzgestellen aufgehängt. Nach dem Trocknen war dieser dann über eine lange Zeit hinweg haltbar. Als das Holz auf der Insel aber zur Mangelware wurde, legte man die Fische einfach auf die Lavafelder zum trocknen aus.

Herstellung Trockenfisch

Die Fische werden geköpft und ausgenommen. Danach werden am Anfang des Winters große Holzgestelle aufgestellt, auf denen die Isländer die Fische befestigen. Diese stehen im Freien oder auch offenen Gebäuden, wo der Wind richtig gut durchziehen kann. Industriell hergestellter Stockfisch wird heutzutage auch oft in Trockenöfen produziert. Werden die Fische in der freien Natur hergestellt, benötigen diese ein paar Wochen, bis sie vollends ausgetrocknet sind. Der Fisch ist dann schlussendlich so hart, dass dieser, wenn er nach alter Tradition hergestellt wurde, vor dem Essen mit einem Hammer weichgeklopft wird. Bei einer Mietwagenreise kommen Sie an diversen Trockengestellen voller Fische vorbei, die Sie vorab schon riechen werden.

Nicht jedermanns Sache

Der Geruch bei der Herstellung ist natürlich sehr gewöhnungsbedürftig umso besser ist aber schlussendlich der Geschmack. Dieser variiert je nach Fischsorte. Sehr beliebt bei den Isländern ist „hardfiskur“ aus Schellfisch. Diesen bestreicht man vor dem Essen auch noch gerne mit Butter. Der Seewolf ist dagegen fetter und würziger. Eine Delikatesse, die Sie bei Ihrem Urlaub in Island auch nur hier auf der Insel finden, ist fermentierter Hai. Als Besucher der Insel muss man sich aber überwinden, dies zu essen. Das Fischfleisch besitzt eine glitschige Konsistenz, die einige Monate gewässert und anschließend im feuchten Boden vergraben werden, bis sie verwesen.

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Abbildung: Gammelhai Trocknung auf der Farm Bjarnahöfn

Gesund und teuer – Trockenfisch aus Island

Wie wir es von Chips oder anderem Knabbergebäck kennen, ist Trockenfisch auch als Snack für zwischendurch erhältlich. Da der Fisch gefriergetrocknet und nicht frittiert wird, steigt der Fettgehalt des Kultsnacks aus Island nicht über ein Prozent hinaus. Dazu kommen die wertvollen Omega-3-Fettsäuren, die dieses Produkt zu einer wertvollen Zwischenmahlzeit machen. Wer das kulinarische Highlight genießen will, wird über den hohen Preis überrascht sein. Um 125 g Trockenfisch herzustellen, wird in etwa ein Kilo frischer Fisch benötigt.

Exportschlager – Stockfisch aus Island

Der größte Abnehmer von Trockenfisch aus Island ist Afrika, im besonderen Algerien und Nigeria. Hier werden vor allem die Fischköpfe, die für Suppen verwendet werden, importiert. Bereits seit dem frühen 14. Jahrhundert wird die isländische Spezialität in andere Länder verfrachtet. Damals waren Spanien und Italien die Abnehmer.

Trockenfisch
Abbildung: Trockenfisch-Herstellung auf der Halbinsel Reykjanes

Geruch und Geschmack sind die eine Sache, aber wenn Sie in Ihrem Island Urlaub eine Besonderheit des Landes kosten wollen, dann kommen Sie an Trockenfisch nicht vorbei. Und wer weiß, vielleicht schlummert in Ihnen ein Wickinger und Sie haben Ihre neue Leibspeise gefunden.

Gerne planen wir für Sie eine Reise bei der Sie Trockenfisch-Farmen oder Gammelhai Produzenten besuchen können. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.