Religiöse Entwicklung

Religion in Island

Knapp 80 Prozent der isländischen Bevölkerung gehören heutzutage der evangelisch-lutheranischen isländischen Staatskirche an. Aber die größte Vulkaninsel Europas hatte, so wie viele andere Länder, einen weiten, oft kämpferischen Weg zu ihrer Staatsreligion.

Christliche irische Mönche waren zwar die Ersten, die Island besiedelten, hinterließen aber keine religiösen Spuren. Erst mit den Wikingern, die sich ab dem 9. Jahrhundert niederließen, kam der heidnisch-germanische Glaube auf die Insel. Diese vermischte sich im Laufe des 10. Jahrhunderts durch die irischen Sklaven immer mehr mit dem Christentum. Aber die heidnischen und christlichen Anhänger standen sich nicht freundlich gegenüber. Als Ausweg aus dieser Situation wurde entschieden, dass Island vom Heidentum in das Christentum übertritt. Ausschlaggeben war angeblich auch der norwegische König Ólafur Tryggvason, der eine sehr enge Verbindung zu Island pflegte und selbst zum Christentum übertrat. Zunächst wurde es den Isländern noch erlaubt ihre heidnischen Riten durchzuführen oder auch Pferdefleisch zu essen, dies wurde aber wenige Jahre darauf komplett abgeschafft. Der erste isländische Bischof war Gíssurarson, dennoch genoss die katholische Kirche eine weitegehende Autonomie zur christlichen Entwicklung auf dem Festland. Zum einen durch die Entfernung und zum andern durch die Herrschaft der Häuptlinge (Goden), die sowohl als Herrscher als auch als Priester agierten. Es entstanden, nachdem versucht wurde die Goden immer mehr zurückzudrängen, eine Vielzahl an christlichen Kirchen und Männerklöster der Augustiner und Benediktiner. Frauenklöster gab es nur zwei.

Evangelisch-lutherische Insel

Der Weg zum evangelisch-lutherischen Glauben

Im 13. Jahrhundert übernahmen die norwegischen Könige die Macht in Island. Als dann im Jahr 1536 der dänische König Christian der III von Dänemark und Norwegen – und seines Zeichens auch Herrscher von Island – zum evangelisch-lutherischen Glauben übertritt, zog dieser Glaube auch auf der Insel ein. Nicht aber ohne Wiederstand. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts gab es zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen den Lutheranern und Katholiken. Diese endete erst mit der Hinrichtung von Hólar, Jón Arason, dem letzten katholischen Bischofs Islands.

Entwicklung

Theologische Universität & Religionsfreiheit

Island orientierte sich an der religiösen Entwicklung Dänemarks. Auch die wichtigste Ausbildungsstätte für isländische Theologen war dort angesiedelt. Erst 1911 entstand in Reykjavik an der Universität Island eine vollwertige theologische Fakultät. Hier werden noch bis heute Geistliche des evangelisch-lutherischen Glaubens ausgebildet.

1918 erzielte Island die Unabhängigkeit von Dänemark. Im Juni 1944 wurde eine Republik gegründet und seither wird jedem Bürger die Religionsfreiheit garantiert. Die Staatsreligion ist weiterhin evangelisch-lutherisch mit rund 80 Prozent, darauf folgt die römisch-katholische Kirche mit etwa drei Prozent gefolgt von verschiedenen evangelischen Glaubensrichtungen mit etwa fünf Prozent.

Auch wenn die Staatsreligion durch Dänemark geprägt wurde, einige heidnische Bräuche der Wikinger sind noch bis heute in Symbolen und Feierlichkeiten auf Island wiederzufinden. Gehen Sie bei Ihrer Island Reise selber auf eine Entdeckungstour. Gerne steht Ihnen das Team IslandReisen.info bei Ihrer Planung behilflich zur Seite. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.